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Abstract

P 096

Retinale Faltenbildung durch Proliferation von Gliazellen unterhalb der Membrana limitans interna

Schumann R. G., Haritoglou C., Kampik A., Gandorfer A.
Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität, München

Ziel: Auftreten, Zusammensetzung und Verteilung von zellulären Proliferationen an der retinalen Seite der Membrana limitans interna (ILM) werden bei idiopathischer Makulopathie mit Netzhautfältelung beschrieben.
Methode: Eine Standard pars plana Vitrektomie mit Entfernung der ILM wurde bei einer 70-jährigen Patientin mit einseitigem Visusabfall und Metamorphopsien aufgrund einer retinalen Faltenbildung im Bereich der Makula durchgeführt. Das durch Peeling gewonnene Gewebe wurde für die Transmissionselektronenmikroskopie konventionell aufbereitet und anhand von Serienschnitten analysiert.
Ergebnisse: Ultrastrukturell zeigten sich eine Fältelung der ILM sowie ausgeprägte zelluläre Proliferationen an der retinalen Seite der ILM. Die Zellen waren durch intrazytoplasmatische Anhäufungen von Intermediärfilamenten charakterisiert und wurden ausnahmslos glialen Ursprungs zugeordnet. Diese Gliazellproliferationen waren ein- oder mehrschichtig und spannten ILM-Falten von innen aus. An der vitrealen Seite der ILM zeigte sich eine breite, azelluläre Schicht nativen Glaskörperkollagens. Es fanden sich keine epiretinalen Proliferationen.
Schlussfolgerungen: Soweit uns bekannt, wurde eine idiopathische Makulopathie mit Netzhautfältelung und Proliferation von Gliazellen an der retinalen Seite der ILM aber ohne Ausbildung epiretinaler Membranen ultrastrukturell bisher nicht beschrieben. Gliazellen scheinen unter der ILM tangentiale Traktionen auszuüben, die zu retinaler Faltenbildung beitragen. Das Fehlen epiretinaler zellulärer Proliferationen lässt vermuten, dass die Gliazellen noch keinen Zugang zur vitrealen Seite der ILM gefunden hatten, um eine epiretinale Membran auszubilden.

 
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