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Abstract

SA.15.09

Modifikation der Oberflächeneigenschaften von Kunstlinsen durch die Fremdkörperreaktion des Auges

Schröder A. C.
Klinik für Augenheilkunde, Universität des Saarlandes, Homburg/Saar

Ziel: Der Begriff der Hydrophobizität wird in der Augenheilkunde häufig mit dem Wassergehalt verwechselt. Die Interaktion zwischen Kunstlinse (IOL) und umgebendem Gewebe spielt sich jedoch an der Oberfläche der Linse ab. Deren funktionelle Eigenschaften bestimmen damit wesentlich die Biokompatibilität des Implantats. Während es die Entwickler in den vergangenen Jahren geschafft haben, diese Eigenschaften zu verbessern, modifiziert die Fremdkörperreaktion des Auges die Eigenschaften der Oberfläche mit Eintauchen der IOL in das Kammerwasser. „Host Factors“ adsorbieren sofort an der Oberfläche. Der Wichtigste von ihnen ist das Fibronektin (FN).
Methode: Durch die Beschichtung von IOLs mit FN lässt sich der Beginn der Fremdkörperreaktion modellhaft simulieren. Anhand von Kontaktwinkelmessungen nach Owens-Wendt-Rabel und Kaelble, Messung der Bakterien-Adhäsion unter Verwendung von 3H-markiertem Staphylococcus epidermidis und dem Vergleich der Silikonöl-Adhäsion durch die semi-automatische Auswertung von Digitalphotos wird der Einfluss von FN auf die Oberflächeneigenschaften von IOLs demonstriert.
Ergebnisse: FN senkt die Oberflächen-Hydrophobizität von Acrylat und Silikon. Die Bakterien-Adhäsionsrate wird durch FN signifikant erhöht. Oberflächenmodifikationen wie die Heparinbeschichtung verlieren hier durch FN ihre Wirkung. Während FN die Silikonöl-Adhäsion bei Acrylatlinsen signifikant senkt, steigert es diese bei Silikonlinsen erheblich.
Schlussfolgerungen: Bei der Einschätzung der Biokompatibilität von Implantaten spielt die Fremdkörperreaktion eine entscheidende Rolle. Entsprechend sollten IOLs aufgrund ihrer funktionellen Eigenschaften beurteilt werden und nicht nach dem funktionell weniger bedeutenden Wassergehalt des Materials.

 
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