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Abstract

FR.11.02

Neue Aspekte der Zyklophotokoagulation durch Modifikation der Technik: Experimentelle Untersuchungen über die Dosis-Wirkungs-Beziehungen und klinische Ergebnisse nach fraktionierter Zyklophotokoagulation

Klemm M.
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Ziel: Die Cyclophotokoagulation ist ein häufig verwendetes Verfahren zur Senkung des Augeninnendrucks in komöiziert gelagerten Fällen. Es wird auf die unterschiedlichen Techniken und Indikationen zur Cyclophotokoagulation eingegangen.
Bis heute ist nicht klar, ob es eine Korrelation zwischen der Anzahl der applizierten Laserherde und dem Druck senkenden Effekt im Sinne einer Dosis-Wirkungsbeziehung gibt. Um eine höhere Sicherheit auch im Hinblick auf Komplikationen zu erzielen, wird in einem neuen Ansatz, der „fraktionierten Cyclophotokoagulation“, die Behandlung auf mehrere Sitzungen mit jeweils reduzierter Herdzahl verteilt. Die Vorgehensweise der Fraktionierung wird dargestellt anhand eines tierexpermentellen Ansatzes und klinischer Ergebnisse.
Methode: Für den tierexperimentellen Ansatz wurden Chinchilla Bastard Kaninchen gewählt, die mit einer unterschiedlichen Anzahl an Laserkoagulationsherden (1, 5, 10, 20 oder 30 Laserherde) behandelt wurden. Kaninchen, die in der ersten Sitzung lediglich einen Herd erhalten hatten wurden nach jeweils einer Woche auf 5, 10, 20 und schließlich auf 30 Herde aufgefüllt. Der IOD wurde vor Operation und eine Woche nach jeder erfolgten Operation gemessen und mit dem unbehandelten Kontrollauge verglichen.
In der klinischen Untersuchung wurde am jeweiligen Patient eine Zyklophotokoagulation mit 8 bis 12 Herden durchgeführt. Die Überprüfung der drucksenkenden Wirkung erfolgte nach 1, 3, 6 und 12 Monaten mittels stationärer Tensionsanalysen. War der Behandlungserfolg nicht erreicht, folgte eine ein- bis zweimalige Wiederholung der Behandlung.
Ergebnisse: Im experimentellen Ansatz zeigte sich kein signifikanter Unterschied bezüglich des drucksenkenden Effektes bezogen auf 30 Herde, unabhängig, ob fraktioniert oder in einer Sitzung behandelt wurde. Die Anzahl der Komplikationen war jedoch deutlich geringer in der fraktionierten Gruppe (eine persistierende postoperative Hypotonie, drei massive Vorderkammereinblutungen, ein persistierender Hämophthalmus mit nachfolgendem Anstieg des IOD auf > 40 mmHg vs. einer milden Vorderkammerblutung).
In der klinischen Studie konnte der Zieldruck in etwa 50% nach einer, in 75% der Fälle nach zwei und in 85% der Fälle nach drei Behandlungen erreicht werden. Komplikationen wie sie bei einer Zyklophotokoagulation herkömmlicher Art beobachtet werden, insbesondere eine persistierende Bulbushypotonie mit Aderhautamotio oder prolongierter Reizzustand im Sinne einer Uveitis wurden nicht beobachtet. Gelegentlich wurde eine vorübergehende Erhöhung des Augendrucks („reaktive Hypertonie“) beobachtet.
Schlussfolgerungen: Der experimentelle Ansatz lässt auf eine größere Sicherheit der Behandlung bei fraktionierter Behandlung schließen bei gleichbleibendem Effekt der IOD-Senkung. Die fraktionierte Zyklophotokoagulation erscheint als probates Mittel zur Behandlung bestimmter Glaukomformen.

 
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