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Abstract

P 188

Topische Bevacizumab (Avastin)-Behandlung von Hornhautneovaskularisationen

König Y., Bock F., Kruse F. E., Cursiefen C.
Augenklinik, Universitätsklinikum Erlangen

Ziel: Wir untersuchten den in-vivo-Effekt von Bevacizumab (Avastin)-Augentropfen bei der Behandlung von Hornhautneovaskularisationen, die durch Insuffizienz der Limbusstammzellen hervorgerufen wurden.
Methode: 4 Patienten (6 Augen) mit Hornhautneovaskularisation und ohne ausreichende Symptombesserung unter konventioneller Therapie wurden ergänzend mit Bevacizumab (Avastin)-Augentropfen behandelt (5 mg/ml Bevacizumab). Die Therapiedauer betrug 4 – 9 Monate. Bei jeder Kontrolluntersuchung wurde der bestkorrigierte Visus überprüft. Veränderungen der Hornhautneovaskularisation wurden mittels Hornhautfotographien dokumentiert. Morphometrische Auswertung der Hornhautgefäße erfolgten mittels Grauwertanalyse, um eine erhöhte Präzision und Objektivität zu erzielen.
Ergebnisse: Die topische Therapie mit Bevacizumab resultierte bei keinem der Patienten in einer Visusverschlechterung. Eine Regression der Hornhautneovaskularisation wurde bei 4 Augen beobachtet. Für ein Auge ergab sich eine stabile, für ein weiteres Auge eine leicht fortschreitende Neovaskularisierung. Ein Patient (1 Auge) entwickelte 5 Monate nach Therapiebeginn eine Descemetocele. Die übrigen 3 Patienten (5 Augen) zeigten keine medikamenteninduzierte okuläre oder systemische Nebenwirkungen während der gesamten Beobachtungszeit.
Schlussfolgerungen: Die topische Bevacizumab Applikation kann bei der Therapie von Hornhautneovaskularisation zu einer Visusverbesserung und Regression der neu gebildeten Gefäße führen. Innerhalb der Beobachtungszeit von maximal 9 Monaten wurden die Bevacizumab-Augentropfen bis dato überwiegend gut vertragen. Es bedarf jedoch weiterer Studien, um die Langzeitwirkung von Bevacizumab-Augentropfen zu evaluieren und diese als neue Behandlungsmethode gegen Hornhautneovaskularisation zu etablieren.

 
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