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Abstract

SA.16.08

Hornhautdickenabhängige Korrekturfaktoren bei der Goldmann-Applanationstonometrie – Wunsch oder Wirklichkeit

Kutschan A., Wiegand W.
Abteilung für Augenheilkunde, Asklepios Klinik Nord Heidberg, Hamburg

Ziel: Seit vielen Jahren wird diskutiert, welche kornealen Parameter die Messung des intraokularen Druckes (IOP) verfälschen können. Als wesentlicher Parameter wird hierbei die zentrale Hornhautdicke angenommen, wobei unterschiedliche Meßmethoden (GAT= Goldmann- Applanationstonometrie, DCT= Dynamic Contour-Tonometrie, IOPcc= corneal compensierter Druck gemessen mit dem Ocular Response Analyser) ganz unterschiedliche Abhängigkeiten von der Hornhautdicke ergeben sollen.
Methode: Bei 67 Augen von Kataraktpatienten und 77 Augen von Glaukompatienten mit jeweils stark unterschiedlicher zentraler Hornhautdicke wird im Rahmen einer von der Ethik-Kommission genehmigten Studie unmittelbar vor bulbuseröffnender Operation (Katarakt-OP oder Trabekelektomie) die Vorderkammer kanüliert und bei unterschiedlich eingestellten Druckniveaus (20mmHg, 30mmHg, 40mmHg) die intraokular mit einem Druckaufnehmer gemessenen IOP-Werte (IOPio) mit den simultan gemessenen GAT-Werten (Perkins-Tonometer) verglichen. (Jeweils Mittelwerte aus mehreren Einzelmessungen).
Ergebnisse: Die Einzelmessungen weisen eine außerordentlich hohe Streuung auf. Bei den Kataraktpatienten ergeben sich schwache Korrelationen der Differenz zwischen GAT und IOPio mit der Hornhautdicke (Korrekturfaktoren von 0,61mmHg/100µm Hornhautdicke bei Druckniveau 20mmHg, 1,5mmHg/100µm Hornhautdicke bei Druckniveau 30mmHg und 1,3mmHg/100µm Hornhautdicke bei Druckniveau 40mmHg). Bei Glaukompatienten weisen die Differenzen zwischen GAT und IOPio nahezu keine Korrelation mit der Hornhautdicke auf, so dass eventuelle Korrekturfaktoren bei allen Druckniveaus unter 1,0mmHg/100µm Hornhautdicke liegen.
Schlussfolgerungen: Die Angabe hornhautdicken-abhängiger Korrekturfaktoren für die GAT-Einzelmessung ist bei Glaukompatienten nicht zulässig und angesichts der hohen Streuung der Einzelmessungen auch nicht sinnvoll. Dies steht im Gegensatz zu früheren und einer kürzlich publizierten Arbeit.

 
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