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Abstract

SO.08.08

Stammzellen und Vorläuferzellen: Kandidatenzellen für die Entwicklung zellbasierter Therapien von retinalen Erkrankungen

Bartsch U.
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Transplantationslabor, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Ziel: Stammzellen sind undifferenzierte, multipotente Zellen mit der Fähigkeit zur Selbsterneuerung. Stammzellen sind außerdem genetisch manipulierbar. Sie sind damit Kandidatenzellen für den Aufbau von ex-vivo Gentherapien und Zellersatzstrategien. Wir haben Methoden für eine genetische Manipulation von neuralen Stammzellen (NSCs) mit dem langfristigen Ziel entwickelt, über solche Zellen therapeutische Genprodukte in erkrankte Netzhäute zu schleusen. Wir haben außerdem untersucht, ob transplantierte primäre retinale Zellen in adulte Netzhäute integrieren und in retinale Zelltypen differenzieren.
Methode: NSCs wurden mit multigenen Expressionsvektoren transfiziert oder mit bicistronischen lentiviralen Vektoren transduziert. Beide Expressionssysteme erlauben die gleichzeitige Expression eines “gene of interest” und eines Reportergens. Primäre retinale Zellsuspensionen wurden aus jungen EGFP-transgenen Mäusen isoliert und subretinal in adulte Wildtyp-Mäuse transplantiert. Die Spenderzellen wurden immunhistochemisch und elektronenmikroskopisch analysiert.
Ergebnisse: Genetisch modifizierte NSCs konnten aufgrund der Expression der Reportergene selektioniert werden. Die selektionierten Zellen konnten erneut expandiert oder kloniert werden, und wuchsen dann zu Kulturen mit einer homogenen Expressionsstärke der Transgene heran. Ein Teil der subretinal transplantierten primären retinalen Zellen integrierte in die äußere nukleäre Schicht der Empfänger-Netzhäute. Hier differenzierten die Spenderzellen in Zelltypen, die die typische Morphologie und das Antigenprofil von Stäbchen-Photorezeptoren aufwiesen.
Schlussfolgerungen: Intraretinal transplantierte NSCs integrieren in gesunde und erkrankte Netzhäute, und überleben dort über lange Zeiträume. Transplantationen von genetisch manipulierten NSCs stellen damit eine potenzielle Strategie dar, um therapeutische Genprodukte in erkrankte Netzhäute zu schleusen. Die Integration subretinal transplantierter primärer retinaler Zellen in die äußere nukleäre Schicht und die Differenzierung der Spenderzellen in Stäbchen-Photorezeptoren deuten die prinzipielle Möglichkeit an, dysfunktionale oder degenerierte retinale Zelltypen über Zelltransplantationen zu ersetzen.
Supported by the Bundesministerium für Bildung und Forschung and the Ernst und Claere Jung Stiftung

 
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