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Abstract

P 067

Papillenödem bei Morbus Crohn

Egetenmeier H., Lang G. E.
Universitäts-Augenklinik Ulm

Ziel: Okuläre Manifestationen bei Morbus Crohn sind insgesamt selten (weniger als 10%). Die häufigste Form ist die Uveitis. In bis zu 33% tritt beim Morbus Crohn eine neurologische Symptomatik auf. In seltenen Fällen ist das Auftreten eines Papillenödems beschrieben worden.
Methode: Eine 40-jährige Patientin stellte sich im September 2006 mit einer Iridozyklitis am rechten Auge vor. Der Visus betrug 1,0. Die Anamnese ergab keine chronischen Erkrankungen oder Beschwerden. Unter lokaler Therapie mit steroidalen und nicht-steroidalen Antiphlogistika kam es zu einer Befundverbesserung. 12 Tage nach der Erstvorstellung zeigte sich erstmals eine Papillenrandunschärfe mit Ödem und peripapillären streifigen Blutungen bei deutlich gebessertem Reizzustand des vorderen Augenabschnitts. Funktionell kam es zu Gesichtsfelddefekten (geringe konzentrische Einengung, vergrößerter blinder Fleck) und einer Visusminderung auf 0,6.
Ergebnisse: Eine neurologische Untersuchung erbrachte keine Erklärung. Die durchgeführte Labordiagnostik zeigte ein erhöhtes CRP. Die Patientin berichtete von einem akuten „Darminfekt“. Es wurde eine Koloskopie durchgeführt und ein Morbus Crohn diagnostiziert sowie histologisch gesichert. Unter der Behandlung mit systemischen Steroiden zeigte sich eine deutliche Besserung des Papillenbefunds. Fluoreszeinangiographisch zeigte sich eine Hyperfluoreszenz der Papille. Das Papillenödem war nach 3 Monaten abgeheilt und das Gesichtsfeld wieder normal.
Schlussfolgerungen: Differentialdiagnostisch muss bei einem Papillenödem auch an ein entzündliches Geschehen gedacht werden wie in diesem Fall eine chronische Darmentzündung (Morbus Crohn). Durch adäquate Behandlung der Grunderkrankung kann eine vollständige Rekonvaleszenz erreicht werden.

 
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