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Abstract

DO.13.12

Adipöse Personen haben eine verminderte dynamische retinale arterielle Gefäßreaktion

Seidova S.-F.1, Kotliar K.1, Schmidt-Trucksäss A.2, Halle M.2, Bock A.2, Lanzl I.1
1Augenklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 2Lehrstuhl für Präventive Sportmedizin, Technische Universität München

Ziel: Adipositas und die damit verbundenen metabolischen Veränderungen können die vaskuläre endotheliale Funktion alterieren. Ob mittels funktioneller Untersuchung retinaler Gefäße ein Unterschied der dynamischen Gefäßreaktion auf einen Luminanzflickerstimulus zu Gesunden nachgewiesen werden kann, wurde mittels Dynamic Vessel Analyzer (DVA, Fa. IMEDOS) bei Patienten mit einem BMI von 30-40 kg/m2 untersucht.
Methode: Bei 16 Patienten mit Adipositas und 16 alters- und geschlechtsgematchten internistisch Gesunden wurden die retinalen Gefäßreaktionen auf Flickerlicht im Auge untersucht. Bei allen Probanden wurde mittels DVA die Gefäßweite eines Netzhautgefäßabschnittes bestimmt. Nach 50 Sek. Baseline wurde ein monochromatischer rechteckförmiger Luminanzflicker (530-600 nm) mit einer Frequenz von 12,5 Hz für 20 Sek dreimalig appliziert.
Ergebnisse: Die mittlere maxilmale Dilatation der retinalen Arterien war bei Adipösen mit 3,4%±2,0% im Vergleich zu Baseline gegenüber der Normalgruppe (4,9%±1,6%) (p<0,03) signifikant reduziert. Die Dilatationsgeschwindigkeit und die auf die Dilatation folgende reaktive Gefäßkonstriktion war bei den Adipösen geringer. Dies war jedoch nicht signifikant. Bei der venösen Dilatation (adipös 4,3%±2,1%, normal 5,1%±1,9%) waren die Unterschiede nicht signifikant.
Schlussfolgerungen: Die funktionelle retinale arterielle Gefäßreaktion auf Flicker ist bei Patienten mit Adipositas unterschiedlich zu der gleichalter Normalgewichtiger. Die maximale Dilatation als Anforderung auf den Stimulus wird nicht erreicht. Dies kann entweder auf einen unterschiedlichen Grundtonus der Gefäße bei Adipösen oder auf eine zunehmende endotheliale Dysfunktion zurückzuführen sein. Retinale Gefäße entsprechen in Aufbau und Funktion den zerebralen Gefäßen und können somit ein wichtiger Indikator für pathologische Veränderungen cerebraler Gefäße sein.

 
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