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Abstract

DO.19.10

Botulinumtoxin-Therapie im Augenbereich – Wo stehen wir heute?

Wabbels B.
Universitäts-Augenklinik Bonn

Botulinumtoxin wurde im medizinischen Bereich in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zuerst nur für die Behandlung des Schielens eingesetzt. Mitte der 80er Jahre kam die Behandlung von Lidkrämpfen hinzu. Die Therapie von essenziellem Blepharospasmus und Spasmus facialis stellt nun die Hauptindikation für die Botulinumtoxintherapie im Augenbereich dar. Etwa 90-95% der Patienten mit essenziellem Blepharospasmus sprechen auf die Therapie an, mit stabilen Langzeitergebnissen. Für zahlreiche seltenere Indikationen im Bereich der Augen hat sich zudem Botulinumtoxin als wertvoll erwiesen: Abduzensparese, endokrine Orbitopathie (bei Strabismus oder Oberlidretraktion), praeoperative Abklärung bei Gefahr von Doppelbildern nach einer Schieloperation, Synkinesien nach Fazialisparese, protektive Ptosis bei Lagophthalmus oder schlecht heilenden Hornhautulzera, sog. „Krokodilstränen“, spastisches Entropium sowie chronische Reizzustände der vorderen Augenabschnitte nach Bestrahlung. Handelspräparate sind Botox®, Dysport® und Xeomin®. Bei Therapieversagen kommt der Einsatz von Botulinumtoxin B in Frage (Neurobloc®). Für viele der hier beschriebenen selteneren Indikationen gilt der Off-Label-Use. Zunehmend wird Botulinumtoxin auch mit kosmetischer Indikation im Augenbereich angewendet (Glättung von Hautfalten). So kann festgestellt werden, dass sich in den letzten Jahren die Einsatzmöglichkeiten des Medikamentes im Augenbereich – wie auch in der gesamten Medizin – deutlich erweitert haben.

 
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