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Abstract

SA.27.04

Eine neue Methode zur Erhebung des distanzkorrigierten Lesevisus unter vollkommen standardisierten Bedingungen – Das „Salzburg Reading Desk“ (SRD)

Dexl A., Schlögel H., Wolfbauer M., Grabner G.
Universitäts-Augenklinik der PMU Salzburg

Ziel: Die Entwicklung eines neuen standardisierten Gerätes zur Erhebung des distanzkorrigierten Lesevisus (Leseschärfe, Lesegeschwindigkeit und „Critical Print Size“) unter optimal standardisierten Bedingungen.
Methode: Der Leseabstand-als bei weitem wichtigstes Kriterium in der Bestimmung des Lesevisus-ist individuell sehr unterschiedlich, wenn es Patienten gestattet wird, den ihnen subjektiv angenehmen Abstand selbst zu wählen. Aufgrund dessen erlaubt die Erhebung des Lesevisus mit fix vorgegebenen Distanz es nicht Rückschlüsse auf die „wahre“ Alltagslesefähigkeit eines Patienten zu ziehen. Seit dem Jahre 2004 wird an der Entwicklung einer standardisierten Testeinheit, welche die Erhebung des distanzkorrigierten Lesevisus ermöglicht, gearbeitet. Das SRD misst kontinuierlich die sich laufend ändernde individuelle Lesedistanz über zwei IP-Kameras durch Stereophotometrie, und bezieht diese in die Berechnung der Auswertung bei verschiedenen Schriftgrößen ein. Ausserdem kann der subjektiv angenehmste Lesewinkel vom Probanden vor der eigentlichen Untersuchung gewählt werden, und die Beleuchtungsstärke wird den gewünschten Untersuchungsbedingungen angepasst und konstant gehalten.
Ergebnisse: Testung auf Validität und Reliabilität erfolgte durch 2184 Einzelmessungen in Lesedistanzen von 16-63 cm, und bei Lesewinkeln von 0°-40°. Basierend auf den bereits lange validierten Radner Lesetafeln wurde eine relativer Messfehler zwischen logRad 0,004 bei 63 cm und logRad 0,016 bei 16 cm nachgewiesen, was als klinisch vernachlässigbar angesehen werden kann.
Schlussfolgerungen: Durch das SRD können – was die Alltagslesefähigkeit von Patienten betrifft, erstmals rasch valide, objektive und reproduzierbare Daten erhoben werden. Dies umfasst den Lesevisus, die Lesegeschwindigkeit und die „Critical Print Size“. Studien, welche sich mit einer konservativen oder chirurgischen Verbesserung des Lesevermögens beschäftigen (z.B. multifokale IOL’s, corneale Implantate, Presby-LASIK) werden derzeit durchgeführt, um das SRD als vielversprechende Methode der Wahl bei der Analyse von Verfahren der Presbyopiekorrektur zu validieren.

 
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