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Abstract

DO.18.08

Macht der Patient, was er soll? Elektronische Erfassung der Compliance in der Amblyopietherapie

Fronius M.
Universitäts-Augenklinik Frankfurt am Main

Das Thema „Compliance“ (Übereinstimmung zwischen der Verschreibung des Therapierenden und der Umsetzung durch den Patienten) ist zur Zeit ein viel diskutiertes Thema, sowohl in der Fachliteratur als auch in der Tagespresse. In der Amblyopietherapie ermöglicht die Entwicklung elektronischer Okklusions-Dosis-Messgeräte (ODM) neuerdings die objektive Erfassung der Okklusionszeiten (Fielder et al. 1994; Simonsz et al. 1997). Unsere Forschungseinheit „Sehstörungen des Kindesalters“ ist die einzige Einrichtung in Deutschland, die seit einiger Zeit über die Geräte verfügt.
Folgende Aspekte der Arbeit mit der neuen Technologie werden in dem Referat vorgestellt:


  • Die Möglichkeiten und Grenzen der Erfassung der Compliance mit dem ODM wurden geprüft (Chopovska et al. 2005), dadurch wurde ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Geräte geleistet (Fronius et al. 2006).
  • In einer europäischen Multicenter-Studie konnte nachgewiesen werden, welche klinischen und sozio-ökonomischen Faktoren zur mangelnden Compliance beitragen. Es gelang auch der Nachweis, dass die Compliance mittels eines eigens für die Studie entwickelten Informations- und Belohnungsprogramms verbessert werden kann (Loudon et al. 2006).
  • Erfahrungen mit dem Langzeiteinsatz des ODM bei amblyopen Patienten wurden gesammelt (Fronius et al. 2006).
  • Daten zur Dosis-Wirkungsbeziehung der Amblyopietherapie können mittels ODM gewonnen werden (Stewart et al. 2004).
  • Von aktuellem Interesse ist die Erfassung der Compliance mittels ODM parallel zur Visusprüfung bei amblyopen Patienten jenseits des „klassischen“ Therapiealters. Damit gelingt der Brückenschlag zu den Neurowissenschaften durch Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen der Plastizität des Sehsystems (Fronius et al. in Vorbereitung).
Durch die objektive Erfassung der Compliance kann die Therapie von Erkrankungen evidenzbasiert weiter entwickelt werden.
Gefördert durch DOG-Forschungspreis 2005 und „Augenstern e.V.“

 
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