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105. DOG-Kongress Home
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AbstractSO.05.03 Welche Bedeutung hat das Gesichtsfeld für die Passage einer Kreuzung mit Querverkehr? Untersuchungen an Augengesunden und Patienten mit homonymen Halbseitenausfällen unter Virtual reality-Bedingungen Schiefer U.1, Papageorgiou E.1,2, Schönfisch B.3, Hardieß G.4, Mallot H. A.4 1Klinik für Augenheilkunde, Universität Tübingen; 2PERACT Marie Curie Early Stage Training MEST-CT-2004-504321; 3Institut für Medizinische Biometrie, Universität Tübingen; 4Institut für Kognitive Neurowissenschaften, Universität Tübingen Ziel: In der Fahrtauglichkeits-Beurteilung wird der Gesichtsfeldfunktion eine hohe Bedeutung beigemessen. Ziel dieser Untersuchungen war es, den Einfluss homonymer Skotome auf die Passage einer Kreuzung mit Querverkehr unter Virtual reality (VR)-Bedingungen unter zusätzlicher Berücksichtigung des visuellen Explorationsvermögens (Einsatz von Augen- und Kopfbewegungen) zu untersuchen. Methode: Im Rahmen der Versuchsauswertung wurde den Fahrspuren der virtuellen Fahrzeuge die Lokalisation und Ausdehnung des ggf. vorhandenen Gesichtsfelddefekts (semi-automatisierte kinetische Perimetrie, Marke III4e, 3°/s, mit Reaktionszeitkorrektur) sowie die visuellen Explorationsbewegungen (erfasst mittels Gaze tracking und Head tracking) jeweils zeitlich bzw. örtlich aufgeschlüsselt überlagert. Hierdurch ließ sich unmittelbar visualisieren und analysieren, (i) ob überhaupt und falls ja, (ii) zu welchem Zeitpunkt / in welchem Kreuzungsabstand, (iii) über welchen Zeitraum / über welche Fahrstrecke ein potentiell Kollisions-relevantes Querfahrzeug exploriert wurde und mindestens ebenso wichtig (iv) ob aus dieser Konstellation eine Änderungen des Fahrverhaltens (bezüglich der Geschwindigkeit) des Fahrzeugsführers resultierte. Ergebnisse: 27 Patienten (10 Frauen, 17 Männer, im Alter zwischen 19 und 71 Jahren) mit vaskulären Hirnläsionen (Eintrittszeitpunkt mind. 6 Monate vor Untersuchungsbeginn) und daraus resultierenden homonymen Gesichtsfelddefekten wurden untersucht; das Vergleichskollektiv umfasste 16 augengesunde Normalpersonen mit vergleichbarer Alters- und Geschlechtsverteilung. 17 der 27 Patienten mit homonymen Skotomen waren bezüglich der Güte der Kreuzungspassage (® Zahl der Kollisionen) dem Normalkollektiv vergleichbar. Patienten mit homonymen Ausfällen nach links hervorgerufen durch rechts-hemisphärische Läsionen zeigten i.a. schlechtere Passageergebnisse als solche mit homonymen Skotomen nach rechts. Schlussfolgerungen: Existenz und Ausdehnung eines homonymen Gesichtsfeldausfall allein scheinen also keine hinreichenden Prädiktoren für die erfolgreiche Passage einer Kreuzung mit Querverkehr unter VR-Bedingungen zu sein.
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