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Abstract

DO.18.04

Brückner Test durch geübte und ungeübte Untersucher

Jung A., Gräf M.
Zentrum für Augenheilkunde, Justus-Liebig-Universität Gießen

Ziel: Der Durchleuchtungstest nach Brückner stellt eine einfache und schnelle Methode dar, anhand des Fundusrotreflexes amblyogene Faktoren zu detektieren. In dieser Studie wurden die Testergebnisse geübter und ungeübter Untersucher am Modell einer simulierten Anisometropie verglichen.
Methode: Fünf geübte und 25 ungeübte Untersucher führten den Durchleuchtungstest in einem Blindversuch an emmetropen Versuchspersonen durch, bei denen durch Vorgabe sphärischer Linsen der Stärken -1, -2, -3, -4, +1, +2, +3, +4 dpt vor dem einen und einer Planlinse vor dem anderen Auge eine einseitige Ametropie simuliert oder durch Planlinsen vor beiden Augen die Emmetropie erhalten wurde. Die geübten/ungeübten Untersucher führten in 1 m und 4 m Abstand jeweils insgesamt 50/25 Tests bei jeder Anisometropiesituation und 225/200 Tests bei Emmetropie durch. Bei seitendifferentem Rotreflex galt der Test als auffällig (positiv).
Ergebnisse: In 1 m fiel den geübten (in Klammern: den ungeübten) Untersuchern eine einseitige Hyperopie von 1, 2, 3 und 4 dpt in 34% (8%), 58% (40%), 76% (56%) und 80% (64%) auf, eine Myopie von 1, 2, 3 und 4 dpt in 60% (32%), 80% (28%), 74% (40%) und 82% (36%). In 4 m lagen die Entdeckungsraten bei 52% (60%), 94% (100%), 96% (100%) und 98% (100%) bzw. 100% (64%), 100% (100%), 98% (100%), 100% (96%). Die Rate falsch positiver Befunde betrug in 1 m 3,1% (1,5%) und in 4 m 4,0% (3,0%).
Schlussfolgerungen: Die größere Untersuchungsdistanz von 4 m erhöht die Sensitivität des Durchleuchtungstests für Anisometropie wesentlich und vermindert Untersuchereinflüsse. Aus einer Distanz von 4 m waren die Ergebnisse der ungeübten und der geübten Untersucher nahezu gleichwertig, während sich in der üblichen Distanz deutliche erfahrungsabhängige Unterschiede zeigten.

 
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