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Abstract

SA.15.04

Biaxiale Mikroinzision oder koaxiale Phakoemulsifikation bei komplizierter Katarakt: Welche Methode ist besser?

Kurz S.1, Krummenauer F.2, Dick H. B.3
1Universitäts-Augenklinik Mainz, 2Institut für Klinische Epidemiologie und Gesundheitsökonomie Dresden, 3Universitäts-Augenklinik Bochum

Ziel: Ziel unserer Studie war es, die Ergebnisse nach biaxialer Mikroinzisions-Phakoemulsifikation mit der nach koaxialer Phakoemulsifikation bei Patienten mit komplizierter Katarakt zu vergleichen, bei denen zusätzliche Pathologien wie Pseudoexfoliation, Uveitis, vordere oder hintere Synechien, Phakodonesis, oder frühere intraokulare Eingriffe, vorlagen.
Methode: 94 Augen von 94 Patienten unterzogen sich prospektiv randomisiert entweder der biaxialen (<1,5 mm) oder der koaxialen (2,8mm) Phakoemulsifikation mittels gepulstem Ultraschall (Souvereign®, AMO) und nachfolgender Implantation einer Intraokularlinse ohne Schnitterweiterung (36A, AcriSmart®, Acritec). Zielparameter waren die intra- und postoperative Komplikationen, außerdem der bestkorrigierte Visus (BCVA), der Laserflare der Vorderkammer, die effektive Phakoemulsifikationszeit (EPT), die mittlere Phakoemulsifikationsleistung, sowie die Hornhautendothelzellzahl. Die Nachbeobachtungszeit betrug 8 Wochen.
Ergebnisse: Hinsichtlich der Komplikationen zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen beiden Techniken. Am häufigsten fanden sich ein Hornhautepithelödem im Schnittbereich (40% biaxial versus 35% koaxial), gefolgt von einer Pupillenverziehung (3 versus 7%) und Fibrinreaktion (3 versus 3%). Andere Komplikationen wurden nicht beobachtet. In der biaxialen Gruppe war die EPT statistisch signifikant geringer (Median 1,34 versus 5,4 Sekunden, p<0,001), ebenso die mittlere Phakoemulsifikationsleistung (3,3 versus 12,9%, p<0,001). Keine signifikanten Unterschiede zeigten sich bezüglich des BCVA, Laserflare der Vorderkammer sowie der Hornhautendothelzellzahl.
Schlussfolgerungen: Die biaxiale Phakoemulsifikation geht mit einer kürzeren EPT sowie Phakoemulsifikationsleistung als die koaxiale Phakoemulsfikation einher. Gerade bei komplizierter Ausgangssituation sehen wir durch eine leichtere Einarbeitung des Phakoemulsifikationshandgriffs in den Linsenkern und damit potentiell weniger Zonulastreß Vorteile gegenüber der herkömmlichen koaxialen Phakoemulsifikation. Bezüglich der Komplikationsrate scheint keine der beiden Methoden überlegen zu sein.

 
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