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Abstract

DO.08.09

Spätkomplikationen nach Keratoplastik

Seitz B. 
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar

Im Rahmen der Kornea-Transplantation (= Keratoplastik = KP) ist das Schrifttum voll bezüglich präoperativer Auswahl von Spendergewebe, Vermeidung intraoperativer und früh postoperativer Komplikationen. Wenig realisiert werden die Spätkomplikationen nach KP. Hierzu zählen (1) die Fadenlockerung. Diese ist besonders häufig bei Defekten der Bowman-Lamelle, stromaler Vaskularisation, rheumatischer Grunderkrankung, einfach fortlaufender Naht, dem akuten Keratokonus und der kindlichen Keratoplastik (26% - 34%). Fadeninfiltrate, Immunreaktionen und Durchwanderungsendophthalmitis können die Konsequenzen sein. (2) Die Stufenbildung an der Spender-Empfänger-Stoßstelle tritt entweder traumatisch oder nach individuell zu früher Fadenentfernung auf. Prädisponierende Faktoren für (3) späte Epitheldefekt (~4%) sind systemische Grunderkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis oder Neurodermitis, Limbusstammzellinsuffizienz, hohes Patienten- oder Spenderalter und verlängerte perioperative Erosiodauer. (4) Sekundärglaukome sind besonders häufig bei vorbestehendem „Glaukom“ oder Pseudoexfoliationssyndrom, Aphakie, Narben nach perforierender Verletzung, persistierenden vordere Synechien oder simultanem Kunstlinsenaustausch. Zwei Hauptthesen existieren zum (5) chronischen Endothelzellverlust nach KP (a) Endothelmigration entlang eines Dichtegradienten und (b) subklinische immunologische Transplantatreaktion. (6) Rezidive der Grunderkrankung können eine günstige (z.B. Rezidiv einer epithelialen Dystrophie auf dem Transplantat) oder eine ungünstige Prognose (z.B. herpetische Keratitis, Transplantateinschmelzung bei rheumatischen Erkrankungen) haben. Nach KP nimmt die (7) Katarakt typischerweise rascher zu. Selbst nach Entfernung aller Fäden ist Kunstlinsenberechnung ungenauer. Bei hohem Astigmatismus kann eine torische Kunstlinse implantiert werden. (8) Immunreaktionen können auch noch Jahre nach KP auftreten. Bei (9) hohem Astigmatismus/Ametropie nach KP bieten sich limbusparallele Keratotomien mit/ohne Kompressionsnähte oder topgraphiegestützte photoablative Verfahren (PRK, LASIK) an.
Für eine adäquate Nachsorge nach Keratoplastik ist die Kenntnis der Spätkomplikationen unerlässlich.

 
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