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Abstract

SA.05.04

Update – Phototherapeutische Keratektomie

Seitz B., Osvald A., Schirra F. 
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar

Nicht nur in Anbetracht des Mangels an Spendergewebe kann die phototherapeutische Keratektomie (PTK) oft eine sinnvolle Alternative zur Keratoplastik darstellen. Drei wesentliche Ziele werden mit der PTK bei unterschiedlichen Krankheitsbildern in unterschiedlich akzentuierter Weise verfolgt: die Entfernung von oberflächlichen Trübungen (o-PTK), die Regularisierung des Astigmatismus (a-PTK), und die Verbesserung der Epithelhaftung (e-PTK). Seit 1989 überblicken wir mehr als 500 PTKs. Die e-PTK wird bei rezidivierender Erosio corneae empfohlen, wenn eine konservative Therapie mit pflegenden Gelen/Salben, der Einsatz therapeutischer Kontaktlinsen und/oder eine konventionelle Abrasio corneae nicht erfolgreich waren. Technisch kommt entweder die von uns favorisierte subepitheliale e-PTK nach großzügiger Entfernung von Epithel und Basalmembranresten oder die transepitheliale e-PTK im beschwerdefreien Intervall zum Einsatz. Die Erfolgsrate liegt bei über 90%. Das Diagnosespektrum der o-PTK umfasst vorwiegend oberflächlich akzentuierte Dystrophien (Map-Dot-Fingerprint, granuläre, gittrige, makuläre, Reis-Bücklers, Thiel-Behnke, Rezidive auf dem Transplantat) sowie Narben und die Salzmannsche noduläre Degeneration. Die kritische Auswahl der Patienten spielt neben einigen operativ-technischen Details die entscheidende Rolle für den Erfolg nach o-PTK. Neben der genauen Tiefenbeurteilung der Trübung an der Spaltlampe ist eine Topographieanalyse für die präoperative Einschätzung unerläßlich. Prominente Läsionen haben eine gute, lokalisierte Läsionen mit Stromaverdünnung (z.B. Fremdkörpernarben) haben eine schlechte Prognose.
Das Ziel der o-PTK ist es, eine lamelläre oder perforierende Keratoplastik zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern, nicht jedoch eine kristallklare Hornhaut oder ein perfektes funktionelles Ergebnis zu erzielen. Je nach Pathologie ist eine Verbesserung des best-korrigierten Visus um 2 bis 5 Dezimalstufen zu erwarten, teilweise jedoch erst nach Kontaktlinsenanpassung. Als mögliche Komplikationen können eine verzögerte epitheliale Wundheilung besonders bei gittriger Dystrophie, sowie die Hyperopisierung (ggf. mit Reduktion des unkorrigierten Visus) besonders bei tiefer Ablation auftreten.
Insgesamt bestätigen unsere Langzeitergebnisse die PTK unzweifelhaft als unverzichtbare Bereicherung des kornealen mikrochirurgischen Spektrums für ausgewählte Hornhautpathologien.

 
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