DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 105. DOG-Kongress
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Abstract

SA.11.05

Ophthalmologische Risiken bei Flugreisen mit Kabinendruckabfall

Brandl H.
Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe, Fürstenfeldbruck

Ziel: Lufttransporte Verletzter und verwundeter Menschen sind heute an der Tagesordnung. Sanitäts-/Ambulanz-Flugzeuge überbrücken große Entfernungen mit einem Kabinen-Innendruck von ca. 1500 m NN bis ca. 2750 m NN, obwohl diese Flugzeuge in 10.000 m Höhe fliegen.
Bei nicht druckstabilisierten Kabinen / Passagierräume treten Umgebungsdrücke auf, die der jeweilig geflogenen Höhe entsprechen (also z.B. per Hubschrauber im Gebirge oder in Einsatzgebieten der Bundeswehr von bis zu 4500 m NN.)
Operationen im hinteren Augenabschnitt (insbesondere bei komplexen Netzhautablösungen mit Vitrektomie) können indikationsbedingt Gas-Tamponaden erforderlich sein.
Die physikalischen Eigenschaften dieser bei den Gastamponaden verwendeten Gase unter Normaldruck und definierten Temperaturen sowie deren Absorptionseigenschaften sind bekannt. Beim post-op Management dieser Patienten ist wichtig zu wissen, dass bei Änderung der Luftdruckverhältnisse massive Nebenwirkungen auftreten können.
Methode: In-vitro-Versuche unter Inanspruchnahme physikalischer Modelle wurden benutzt, um Gas-Tamponade-Volumina festzulegen, die, abgestimmt auf den individuellen Fall, für einen Lufttransport noch akzeptabel sind.
Ergebnisse: Unter Berücksichtigung von Sicherheitsfaktoren (Unwägbarkeit von Vorfällen während des Fluges (z.B. Kabinen-Druckverlust, ungewöhnliche Steigraten etc.) werden Maximal-Volumina an Gas-Tamponaden genannt, die noch im Auge zum Startzeitpunkt vorhanden sein dürfen, ohne Schäden anzurichten.
Schlussfolgerungen: Operativ tätige Augenärzte erhalten zu beachtende Hinweise hinsichtlich Lufttransport und Gas-Tamponaden um Zwischenfälle zu vermeiden.
Zusätzlich werden hornhaut-belastende Druckveränderungen angesprochen, die nach refraktiv-chirurgischen Maßnahmen relevant werden können.

 
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