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Abstract

DO.18.01

Operative Behandlung der erworbenen Trochlearisparese

Gräf M., Weihs J.
Zentrum für Augenheilkunde, Justus-Liebig-Universität Gießen

Ziel: Zur Behandlung der Trochlearisparese hat sich noch keine einheitliche Operationsweise durchgesetzt. Als Ersteingriff werden die Obliquus-inferior-Rücklagerung (OIR), die Obliquus-superior-Faltung, die Kombination beider Verfahren (KOP) und die kontralaterale Rectus-inferior-Rücklagerung propagiert. In dieser Studie wurden die Effekte der OIR und KOP verglichen.
Methode: Die Patienten im Alter von 18-78 Jahren (Median 51) mit einer einseitigen Trochlearisparese wurden prä- und 3 Monate postoperativ an der Tangentenskala nach Harms untersucht. In 2,5 m Distanz wurden die Schielwinkel ohne diagnostische Okklusion mit einem Dunkelrotglas vor dem nichtparetischen Auge bestimmt. Als Kopfneigephänomen galt die Differenz der Vertikaldeviationen (VD) bei 45° Rechts- und Linksneigung. Die Schielwinkel wurden einer rechtsseitigen Parese entsprechend transformiert. Ausgewerte wurden die VD und Zyklodeviation (ZD) in PP (Primärposition), Seitblick (25° Abduktion des nichtparetischen Auges) und 25° Abblick (Mediane und Streubreiten).
Ergebnisse: Winkel vor OIR (n=13) in PP +6° (1;11) Ex 5° (2;9), Seitblick +8° (4;14) Ex 7° (2;11), Abblick +9° (4;17) Ex 7° (4;13), vor KOP (n=21) in PP +5° (2;14) Ex 5° (2;10), Seitblick +9° (3;21) Ex 6° (0;10), Abblick +11° (2;21) Ex 8° (4;14). Reduktion der VD: in PP: OIR 3° (1;9), KOP 6° (0;14), p=0,09, im Seitblick OIR 5° (1;11), KOP 9° (3;17), p=0,005, im Abblick OIR 3° (-7;11), KOP 8° (2;16), p=0,04. Reduktion der ZD im Abblick OIR 4° (-4/11), KOP 7° (0;14), p=0,05. Reduktion des Kopfneigephänomens: OIR 1,5° (-5;7), KOP 6° (-8;14), p=0,03.
Schlussfolgerungen: Das Kopfneigephänomen und die Zyklovertikaldeviation wurden durch eine kombinierte Obliquus-Operation stärker reduziert als durch die Obliquus-inferior-Rücklagerung. Da die Abnahme des Kopfneigephänomens und der Vertikaldeviation, besonders im Abblick, auf einer Modulation der zyklovertikalen Innervation durch die Umkehr des fusionalen Vergenztonus zu beruhen scheint, ist eine initial postoperative Inzyklotropie anzustreben.

 
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