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AbstractP 021 Effekt der diagnostischen Okklusion bei erworbener Trochlearisparese Gräf M., Weihs J. Zentrum für Augenheilkunde, Justus-Liebig-Universität Gießen Ziel: Eine monokulare Okklusion unterbricht die binokulare Sensorik und eliminiert damit die Notwendigkeit fusionaler Vergenz. Bei zyklovertikalen Schielformen mit einem adaptiv veränderten Vergenztonus und dessen Nebenwirkungen soll dadurch das genuine Profil der zugrunde liegenden Störung hervortreten, was diagnostisch und dosimetrisch relevant ist. In dieser Studie wird der Effekt der diagnostischen Okklusion auf das Motilitätsmuster bei einseitiger Trochlearisparese untersucht. Methode: 47 Patienten im Alter von 6-78 Jahren (Median 49 Jahre) mit einer 1-35 Jahre (Median 2 Jahre) alten einseitigen erworbenen Trochlearisparese wurden vor und unmittelbar nach einer dreitägigen diagnostischen Okklusion untersucht. Die subjektiv lokalisierten Schielwinkel wurden an der Tangentenskala nach Harms in 2,5 m Distanz mit einem Dunkelrotglas vor dem nichtparetischen Auge gemessen. Ausgewertet wurden die Vertikal- (VD) und Zyklodeviation (ZD) in Primärposition (PP), bei 25° Abduktion des nichtparetischen Auges (in Adduktion des paretischen Auges) und bei 25° Abblick. Ergebnisse: Das Verhältnis zwischen dem Höherstand des paretischen Auges und der Exzyklodeviation (Winkelmediane, Streubreiten in Klammern) vor und nach der diagnostischen Okklusion betrug in PP 5°/5° und 4°/6° (0;14/-1;10 und 0;19/2;13), in Adduktion 8°/5° und 8°/6° (0;21/0;10 und 1;24/1;15), im Abblick 10°/7° und 8°/8° (0;21/1;14 und 0;23/3;18). Das individuelle Verhältnis VD/ZD in PP nahm unter der Okklusion von 1,15 (-1;5) auf 0,8 (0;3,3) ab (p=0,0008). Die Zunahme der ZD unter der Okklusion war statistisch signifikant (p=0,0002), mit im Median 1° jedoch nur gering, bei großer Variabilität (-7;6). Die VD nahm lediglich im Abblick signifikant ab (p=0,007). Schlussfolgerungen: Die diagnostische Okklusion bewirkt bei einer erworbenen Trochlearisparese oft, aber nicht regelmäßig eine Abnahme der Vertikal- und Zunahme der Exzyklodeviation. Sie kann adaptive Einflüsse auf die Motilität eliminieren und dadurch helfen, das ursprüngliche Motilitätsmuster der Störung zu isolieren, kann aber auch Schielwinkeländerungen in die entgegengesetzte Richtung induzieren.
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