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Abstract

FR.11.03

Fadennachlegung bei Bulbushypotonie nach fistulierender Operation durch die geschlossenen Bindehaut: Ein-Jahres Ergebnisse

Eha J., Hoffmann E., Wahl J., Pfeiffer N.
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Universitäts-Augenklinik, Mainz

Ziel: Eine mögliche Komplikation nach Trabekulektomie mit Mitomycin C (MMC) ist die Bulbushypotonie. Folge kann die Ausbildung von Hypotoniezeichen wie Visusminderung durch Hypotoniemakulopathie, Aderhautamotio, Abflachung der Vorderkammer und Descemetfalten der Hornhaut sein. Wir beschreiben die Langzeitergebnisse einer neuartigen Methode zur operativen Korrektur der Bulbushypotonie.
Methode: Im Rahmen einer prospektiven konsekutiven Fallstudie behandelten wir insgesamt 16 Patienten mit Bulbushypotonie nach Trabekulektomie mit MMC. Dabei wurden in Tropfanästhesie zwei bis fünf 10.0 Nylonfäden durch die ungeöffnete Bindehaut so nachgelegt, dass der Skleradeckel fest verschlossen wurde. Die Daten (Visus, Augeninnendruck, Spaltlampenuntersuchung, Fundusfotografie, OCT) wurden präoperativ, am ersten und siebten postoperativen Tag sowie ein, drei, sechs und zwölf Monate postoperativ erhoben.
Ergebnisse: Präoperativ betrug der mittlere intraokulare Druck (IOD) 2,8 mm Hg (±1,1) und der logarithmisch gemittelte Visus betrug 0,125 (vor Trabekulektomie: 0,4). Der mittlere postoperative IOD betrug: 24,9 mm Hg (±11,7) am 1. postoperativen Tag (=POT), 15,7 mm Hg (±8,1) am 7. POT, 11,1 mm Hg (±4,1) mmHg nach einem Monat, 9,6 mm Hg (±4,2) nach sechs Monaten und 13,5 mm Hg nach zwölf Monaten. Präoperativ betrug die Sehschärfe im Mittel 0,125 und stieg im postoperativen Verlauf nach einem Monat an auf 0,2, nach drei Monaten auf 0,32 und nach sechs Monaten auf 0,4. Bei allen 16 Patienten bestanden präoperativ Hypotoniezeichen. Nach einem Monat lag noch bei 11 Patienten eine Visusminderung vor, nach sechs Monaten noch bei sechs und nach zwölf Monaten nur noch bei vier Patienten. Bei keiner Operation kam es zu Komplikationen.
Schlussfolgerungen: Eine Fadennachlegung durch die geschlossene Bindehaut erweist sich auch im Verlauf eines Jahres als effektive Methode der Behandlung einer Bulbushypotonie. Durch Vermeidung einer Wiedereröffnung der Bindehaut kann die Gefahr einer konsekutiven Sickerkissenvernarbung vermindert werden.

 
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