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Abstract

FR.09.01

Grundlagen der Makro- und Mikrozirkulation des hinteren Augenabschnittes

Eichhorn M. 
Institut für Anatomie, LS II, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die Blutversorgung des hinteren Auges stammt aus zwei gegensätzlich organisierten Gefäßgebieten.
Die für die Perzeption des Lichtes verantwortlich en Photorezeptoren werden von außen aus der Choriocapillaris (Chcap) versorgt. Die Chcap besteht aus einem dichten Netz weitlumiger Kapillaren mit zahlreichen Anastomosen. Diese Kapillaren sind auf der der Netzhaut zugewandten Seite intensiv fenestriert und ermöglichen einen intensiven Stoff- und Flüssigkeitsaustausch. Die Kontrolle der Flüssigkeitsbewegungen zwischen Choroidea und Retina übernehmen die retinalen Pigmentepithelzellen (RPE), die über Tight Junctions verbunden sind und eine epitheliale Blut-Retina-Schranke generieren. Das RPE erhält dadurch eine Schlüsselrolle in der Kontrolle des Flüssigkeitshaushalts des subretinalen Raumes. Im Vergleich dazu besitzen die intraretinalen Kapillaren ein geschlossenes Endothel und bilden selbst die Blut-Retina-Schranke. Der Stoff-und Flüssigkeitsaustausch zwischen Blut und Retina wird dadurch von den Kapillarendothelzellen kontrolliert.
Die intraretinalen Kapillaren sind englumiger und weitmaschiger angelegt, um die durchfallenden Lichtstrahlen möglichst wenig zu beeinträchtigen. Als Konsequenz erreicht die Sauerstoffausschöpfung im Gefäßgebiet der A. centralis retinae bereits unter Ruhebedingungen ca. 60%, während dieser Wert in der Chcap nur 3% beträgt. Bei Retinaaktivität kann ein höherer Sauerstoffbedarf nur über eine Perfusionssteigerung erreicht werden. Der intraretinalen Blutflussregulation kommt daher eine außerordentlich hohe Bedeutung zu. Interessanterweise besitzt die A. centralis retinae nach Eintritt in den Bulbus keine vegetative Innervation mehr, so dass für die Durchblutungssteuerung ausschließlich lokale Mechanismen zum Tragen kommen. Dazu gehören zahlreiche vasoaktive Mediatoren, die aus dem Endothel der Gefäße oder benachbarten Zellen stammen. Die wichtigsten Modulatoren aus dem Gefäßendothel sind das vasokonstriktorische Endothelin und das vasodilatierende Stickoxid (NO). NO wird auch von einer Subpopulation von amakrinen Zellen synthetisiert, deren Ausläufer an Arteriolen heranreichen. Vermutlich ist diese Gruppe von amakrinen Zellen an der neurovaskulären Kopplung in der Retina beteiligt. Eine zweite Gruppe von Gefäßmediatoren umfasst Metabolite wie CO2, H+, K+ und ADP, die bei Stoffwechselvorgängen entstehen und direkt auf die glatte Muskelzellen der Gefäßwand relaxierend wirken. Die ausschließlich von lokalen Mechanismen dominierte Blutflusssteuerung der intraretinalen Blutgefäße ist die Grundlage für die Autoregulation in diesem Gefäßgebiet.

 
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